2025_Exkursionsziel Master HumAG (Humanorientierte Architektur und Gestaltung): Macerata, Italien
Innerhalb des "Master Design" der Hochschule Coburg haben wir ein Themenfeld aufgebaut, dass sich unseren Zielen der Humanorientierung auch in der Lehre und der wissenschaftlichen Nachwuchs-Qualifizierung widmet. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme – jetzt fürs Wintersemester 2025/2026!
Humanorientierte Architektur & Gestaltung / Psychologische Ästhetik
https://www.masterdesign-coburg.de/de/studium/psychologische-aesthetik/
https://www.hs-coburg.de/studieren/master/master-studiengaenge-bauen-design/design/
Architektur & Gestaltung beeinflussen Wohlbefinden und Gesundheit – wir entwickeln Design & gebaute Lebenswelten, die nicht nur funktional sind, sondern auch auf zentrale ästhetische Bedürfnisse ausgerichtet sind. Dabei integrieren wir Human- und Gesundheitswissenschaften. Unser Ziel: nachhaltige, menschzentrierte Lösungen für eine bessere Lebensqualität.
1. Psychologie und wissenschaftlichen Menschenbezug für Architektur und Design nutzen
2. Psychologische Ästhetik, Szenografie, Stadtästhetik, Landschaftsästhetik, New Work, Szenografie, Gesundheitsbau
3. Kooperation mit dem Institut Mensch & Ästhetik und dem Lehrstuhl Philosophie an der Universität Bamberg
Forschungsschwerpunkte:
– ganzheitliche, auch emotionale Bedürfnispassung von Architektur & Raum
– Einfluss von Stadt, Architektur, Raum und Design auf das Wohlbefinden
– wissenschaftlich informierte Entwurfsmethodik
– Form, Licht, Farbe, Akustik, Barrierefreiheit
– soziales Erleben & Handeln im Raum
– heilende Räume, gesundheitsfördernde Räume
– KI-gestützte empirische-psychologische Ästhetik
Eine ganzheitliche Methodik der Wissensvermittlung: Selbst- und Umfeldwahrnehmung als exploratives System
Prof. Dr. Michael Heinrich
Ein integrativer Ansatz zur ästhetischen Umweltwahrnehmung
Ästhetisches Erleben entsteht durch die Wechselwirkung zwischen einem physischen Raum und der ihn wahrnehmenden Person. Eine innovative Methodik zur eigenaktiven Herstellung ästhetischer Erkenntnisse verbindet daher phänomenologische Reflektion und formalästhetische Analyse mit der subjektiven, emotionalen und biografisch einzigartigen Wahrnehmung atmosphärischer Qualitäten eines Ortes – und mit dem subjektiven Einstellungs- und Wissenskontext der Wahrnehmenden. Dieses Ineinandergreifen subjektiver und objektiver Aspekte erlaubt eine neue, differenzierte Beschreibungsqualität von Architektur, Stadt- und Landschaftsräumen sowie weiteren gestalteten Umwelten.
Ein zentraler Bestandteil dieser Methode ist die Erfassung der charakteristischen Ortsidentität, also der spezifischen räumlichen, kulturellen und emotional spürbaren Merkmale eines Ortes. Jeder Raum besitzt eine eigene Atmosphäre, die durch Architektur, Geschichte, soziale Nutzung und durch natürliche Gegebenheiten geprägt ist. Ziel ist es, diese Identität zunächst verkörpert und im promenadologischen Prozess zu erleben und dann anhand objektiv beschreibbarer Strukturen und subjektiver Wahrnehmung systematisch zu analysieren: Was ist und bleibt subjektiv? Wo verdichten sich subjektive Erlebnisse zu intersubjektiven Mustern und gewinnen dadurch eine gewisse Objektivierbarkeit?
Die Methodik: Sechs Reflektionsebenen
Die Erfassung von Orten erfolgt entlang folgender, wissenschaftlich untermauerter Dimensionen:
Durch die Verknüpfung dieser Reflektionsebenen entsteht eine umfassende Methode zur ästhetischen Umweltbeschreibung.
Integration objektiver und subjektiver Dimensionen
Traditionelle ästhetische Forschung unterscheidet oft zwischen formaler und phänomenologischer Analyse (z. B. Symmetrien, Proportionen, unmittelbare Erscheinungsqualitäten) und der subjektiv-emotionalen Wahrnehmung. Die hier vorgestellte Methodik schlägt eine Brücke zwischen beiden Ansätzen, indem sie subjektive Wahrnehmungsqualitäten mit objektiv beschreibbaren Raumparametern verknüpft und deren Intersubjektivität überprüft. So lässt sich beispielsweise erklären, warum ein grüner Innenhof tendenziell beruhigend wirkt (geschlossene Raumstruktur, reduzierte visuelle Reize) oder eine gotische Kathedrale Erhabenheit vermittelt (vertikale Linienführung, gezielte Lichtinszenierung). Die Methodik erlaubt es, solche Wahrnehmungen präziser und gleichzeitig ganzheitlicher zu erfassen als in rein kognitiv-formaler Analyse – und sie fördert das "Reden darüber", die Mitteilbarkeit in einem intersubjektiven Assoziationsraum.
Niederschwellige Wissenschaftsvermittlung für ein breites Publikum
Ein besonderer Mehrwert dieser Methode liegt in ihrer Anwendbarkeit für ein nicht-akademisches Publikum. Durch eine klare, erfahrungsnahe Vermittlung können ästhetische Wahrnehmungsprozesse für Laien erfahrbar, aber auch theoretisch nachvollziehbar gemacht werden. Dies geschieht durch:
Indem die Methode auf verschiedene Raumtypen – von historischen Stadtzentren bis zu Landschaftsräumen – angewandt wird, kann das gesamte Kontinuum der ästhetisch erfahrbaren Mensch-Umwelt-Ökologie abgebildet werden.
Brücke zwischen empirischen humanwissenschaftlichen Erkenntnissen, objektiven Form- und Strukturqualitäten und subjektiver Wahrnehmungs- und Ausdrucksmuster
Diese Methodik ermöglicht eine präzise, aber zugleich intuitive Erfassung ästhetischer Qualitäten und schlägt eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Objektivität, subjektiver Wahrnehmung und formalästhetischer Erscheinung. Ihre interdisziplinäre Herangehensweise erschließt eine Verbindung zwischen Ausdruck, Rezeption und konkreten Formqualitäten und eröffnet damit neue Perspektiven für eine wissenschaftlich-humanorientierte Architektur und Umfeldgestaltung. Gleichzeitig macht sie ästhetische Erkenntnisse einem nicht-akademischen Publikum über das konkrete phänomenologische Erleben zugänglich. Als Element einer akademischen, aber auch praxisorientierten Architektur- und Gestaltungsdidaktik kann sie zahlreiche Kompetenzziele in sich zusammenführen.
Exemplarische Aufgabenstellung::
Ästhetische Exploration von gebauten Umwelten –
Atmosphärische Analyse und Reflektion von Ortsidentitäten
Wählen Sie einen Ort im Außenraum oder einen Innenraum in der Stadt XXXX aus der vorliegenden Ortsliste und kreuzen Sie dort den von Ihnen gewählten Ort an. Beschreiben Sie den Außen- oder Innenraum nach fünf Kriterien:
Leistungsumfang: